Smart Air Quality Network
Entwicklung und Bewertung eines engmaschigen Netzwerks von lokalen Feinstaubdaten, welche von der Öffentlichkeit eingespeist und genutzt werden können.



Smart Air Quality Netzwerk

Im Projekt Smart Air Quality Network, kurz SmartAQnet werden neue Wege für eine raum- und zeitlich hoch aufgelöste Erfassung der Feinstaubwerte erforscht und entwickelt.

Ziel des Projektes ist es, in Augsburg ein intelligentes, sehr hoch aufgelöstes und dennoch preiswertes Mess-Netzwerk für die Luftqualität umzusetzen. 

Um eine große räumliche Abdeckung bei gleichzeitig hoher Datenqualität zu gewährleisten, werden dazu Messungen mit low-cost-Sensoren und mit in der Stadt

verteilten Referenzgeräten kombiniert.





Feinstaub

Als Feinstaub, oder englisch "Particulate Matter" (PM) bezeichnet man Teilchen in der Luft, die nicht sofort zu Boden sinken, sondern eine gewisse Zeit in der

Atmosphäre verweilen. Je nach Korngröße der Staubteilchen wird der Feinstaub in sogenannte Fraktionen unterteilt: Unter PM 10 versteht man alle 

Staubteilchen, deren aerodynamischer Durchmesser kleiner als 10 Mikrometer (das sind 10 Millionstel Meter) ist. Eine Teilmenge der PM10 -Fraktion sind die

feineren Teilchen, deren aerodynamischer Durchmesser weniger als 2,5 Mikrometer beträgt. Diese bezeichnet man als "Feinfraktion" oder 2,5 (im Gegensatz

dazu den Größenbereich 2,5 bis 10 Mikrometer "Grobfraktion").Quelle: https://www.umweltbundesamt,de/service


Gesundheitsproblem

Das Einatmen von Feinstaub beeinflusst den Gesundheitszustand negativ. Kleine Partikel dringen tiefer in die Atemwege ein als größere. Sie können beim

Ausatmen nicht wieder ausgeschieden werden. Ultrafeine Partikel können zudem über die Lungenbläschen in die Blutbahn vordringen und sich über das Blut

im Körper verteilen. In den Lungenbläschen sind Atmung und Blutkreislauf funktionell und anatomisch sehr eng  miteinander verbunden. Deshalb können 

Störungen des einen Systems - wie etwa entzündliche Veränderungen im Atemtrakt - auch das andere System, also Herz oder Kreislauf, beeinträchtigen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat in Untersuchungen festgestellt, dass es keine Feinstaubkonzentration gibt, unterhalb derer keine schädigende

Wirkung zu erwarten ist. Quelle: https://www.umweltbundesamt.de/service/uba-fragen/warum-ist-feinstaub-schaedlich-fuer-den-menschen


Die Herausforderung beim Messen:

Derzeit wird Feinstaub in Städten an Mess-Stationen gravimetrisch bestimmt. Dazu wird die Luft auf Filter gesaugt und erst nach einigen Tagen

werden die Filter gesammelt, gewogen und der Feinstaub bestimmt. Das heißt, man kann nur nachher bestimmen, wie viel Feinstaub an einer

Stelle war. Man weiß auch nicht, wie sich Feinstaubkonzentration Tages abhängig verhält. Zusätzlich kann Feinstaub "in Echtzeit", z.B. mit optischen

Methoden lokal gemessen werden.

Insgesamt gibt es aber zur Zeit noch zu wenige Mess-Stellen, die flächendeckend Feinstaub erfassen können. Daher gibt es seit einigen Jahren den 

Citizen Science-Ansatz. Mit einfachen Technologien können interessierte Bürger und Bürgerinnen selbst Feinstaub-Sensoren zusammenbauen,

den Sensor registrieren lassen und die Daten in einer Karte sichtbar machen. Beispiele für solche Projekte sind luftdaden.info, hackAIR oder

OpenSenseMap. Nachteil dieser Sensoren ist, dass sie nicht sehr genau sind und dass ohne Referenzmessungen eine Validierung der Datenqualität

nicht möglich ist. Im SmartAQnet wird daher der Ansatz verfolgt, die low-cost-Sensoren mit verteilten Referenzgeräten zu kombinieren und somit die

nötige Validierung zu erhalten.


Mitmachen für eine bessere Datenbasis!

Wenn Sie an dem SmartAQnet Projekt teilnehmen möchten, selber einen Sensor bauen wollen und besser Umweltdaten verstehen wollen,

registrieren Sie sich bei uns!

Wir planen einen Workshop in Augsburg Ende März. Dort werden Sensoren nach dem Vorbild des Citizen Science Projekts (www.luftdaten.info)

zusammengebaut, die Sie dann zu Hause installieren können.

Registrierung unter: https://www.lists.kit.edu/sympa/subscribe/feinstaub